Dein Wunsch ist mir Befehl (Wishlist, Folge 1)

In der Eröffnungsszene, die Foreshadowing ist und gespannt macht auf den Verlauf der Handlung, hört man einen Schuss, das Gesicht unserer Protagonisten hat ein paar Blutkleckse und sie läuft einer flüchtenden Person durch ein verlassenes Industriegelände hinterher, holt sie aber nicht ein.  Vor ein paar Wochen sei ihre Welt noch in Ordnung gewesen und sie wünscht sich dahin zurück.

Die Protagonistin Mira wird eingeführt, sie ist alleine in einem Hallenbad (wo wir zwei unserer späteren Hauptcharaktere treffen, den schmierig-notgeilen Kim und den geheimnisvollen Casper) und wirkt eher soziopathisch und zynisch. Sie liebt das Internet und hat nicht viel für ihre Mitmenschen übrig (“verstrahlte Clowns”, die sie lieber “am anderen Ende einer 100 Mbit-Leitung” weiß). Ihr Vater ist anscheinend beruflich viel unterwegs, sodass sie viel auf sich allein gestellt ist. In der Schule hatet sie Janine, die ihren eigenen (oberflächlichen) Youtube-Channel hat (Janines Beauty-Castle, sehr subtil, liebe Schreiber) und die generell ziemlich hohl und oberflächlich wirkt und unsympathisch, weil sie die Lehrerin fertigmacht. Sie konfrontiert sie deswegen sogar nach der Schule und beide beleidigen sich gegenseitig. Man merkt, dass es Mira trifft zu hören, dass sie keine Freunde hat.

Zwischendurch wurde die namensgebende App Wishlist auf Miras Handy installiert und Mira wünschte sich aus Witz einen rosa Elefanten, ohne wirklich an das Funktionieren der App zu glauben. Sie bekommt eine recht harmlose Aufgabe, alle Mülleimer aus einem Innenhof auf die Straße zu bringen. Dabei schafft die Serie es trotzdem, da Spannung aufkommen zu lassen, weil Mira und der Zuschauer erpicht darauf sind, dass sie nicht erwischt wird, obwohl sie ja eigentlich nichts Illegales macht. Und ganz zum Ende der Folge kommt die Enthüllung, sie hat in ihrem Zimmer einen rosa Elefanten stehen. Wo kommt der her? Wer hat den in ihre Wohnung gebracht und wie ist derjenige reingekommen? Und schon ist man gespannt auf die nächste Folge, um mehr über diese mysteriöse App zu erfahren…

Die Serie hat einen super gelungenen Look, nicht nur aufgrund der Kamerabilder (und Wuppertal ist als Setting auch noch ziemlich unverbraucht), sondern auch durch die super organische Einarbeitung von social media (Whatsapp-Nachrichten auf dem Screen, Videonachricht von ihrem Vater…). Was auch überzeugt, sind die Dialoge, denn es wurde viel Jugendsprache bzw. Anglizismen aus dem social-media-Bereich verwendet, deren Einbindung größtenteils authentisch wirkt und nicht – wie man hätte befürchten können – auf Teufel komm raus irgendwie künstlich in die Dialoge gezwängt. Also ich bin gehooked.

Titelbild: Quelle: spiegel.de, © by funk, MDR Sputnik

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s