Ein spektakulär fetter Abend (Wishlist, Folge 2)

In einem Cold Open sieht man den Youtuber Fabian und den Charakter Kim, wie sie sich Janinas Channel angucken. Fabian regt sich konstant darüber auf, was für ein Schrott das eigentlich ist, aber hört trotzdem nicht auf, sich das anzuschauen. Es klingelt an der Tür und er hat einen Slip, sehr wahrscheinlich Janinas Slip, in seinem Briefkasten. Ein kleiner netter Kommentar auf das hate watching und dass man den Content trotzdem dadurch unterstützt. Auch auf eine gewisse Heuchlerei wird dabei angespielt, wenn man bedenkt, dass Fabian sich diesen Slip vermutlich gewünscht hat. Nebenbei dient der Cold Open aber auch versteckt dem Storytelling, wenn man diese Schlussfolgerung, dass das Fabians Wunsch war, selbst zieht und somit die App als relativ mächtig etabliert.
Schnitt. Intro. Dann sieht man ein Skype-Gespräch zwischen Mira und ihrem Vater, der sie darauf hinweist, nicht zu viel zu Hause herumzuhocken und doch etwas zu unternehmen, um auch Freunde zu finden. Angespornt davon wünscht sie sich den titelgebenden spektakulär fetten Abend. Nach der Schule wird sie von dem etwas gruseligen Geht’s-euch-gut-Typ abgeholt, der Janina in Folge 1 abgeholt hat und das auch wieder tut. Nach anfänglichem Missmut, weil Janina auch dabei ist, trifft sie Casper, den interessanten Typ aus dem Schwimmbad und seinen immer noch ekelhaft möchtegern-charmanten Freund Kim. Sie erklären Mira und uns Zuschauern die Dynamik, wie die eigenen Wünsche erfüllt werden: Andere User bekommen diese Wünsche als Aufgabe. Dabei steigt die Schwierigkeit der Aufgabe mit dem Anspruch des Wunsches.
Nachdem das geklärt ist, gehen alle zusammen in eine Disco feiern, was ziemlich cool inszeniert war. Die Serie fühlt sich ziemlich frisch und unique an und trifft aktuelle Sehgewohnheiten, die andere deutsche Produktionen oft vermissen lassen. Auch narrativ zeugt die Serie von einer gewissen Qualität, denn nach dem fetten Abend erfährt man in der Schule, dass die Lehrerin gefeuert wurde wegen des schweren Diebstahls von Schuleigentum; also wegen des Diebstahls, den Mira für die Erfüllung ihres Wunsches begangen hat. Das lässt die App düstere bzw. gefährliche Züge annehmen und es stellt sich die Frage, ob Janina sich das gewünscht hat, um sich dafür zu rächen, dass sie zum ersten Mal von der Lehrerin (auf Miras Ratschlag hin) richtig angemotzt wurde, oder ob etwas anderes Größeres dahintersteckt. Außerdem werden sich die User hinterfragen müssen: Ist es moralisch fragwürdig, sich seine Wünsche erfüllen zu lassen, wenn andere darunter leiden? Wieder mal bin ich gespannt auf die nächste Folge.

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