Ärger im Paradies (Wishlist, Folge 3)

Im Cold Open sieht man Casper, wie er frenetisch über die App Wishlist recherchiert (AGB, Entwickler-Adresse). Natürlich sieht man im letzten Shot, wie er alle Informationen an einer Pinnwand angeheftet hat (ein klassisches Trope, wenn der Recherchierende als etwas Verrückt dargestellt werden soll, aber meistens ist er ja dann doch auf der richtigen Spur). Beim Durchskippen durch die Folge für diesen Text ist mir aufgefallen, dass da auch ein 2015 Bereich an der Pinnwand ist. Das heißt, Casper sieht sich auch mysteriöse Vorfälle in der Vergangenheit an.

Nach einer Diskussion zwischen Casper und Mira, ob Janina hinter der Entlassung der Lehrerin steckt (in der Casper Janina ziemlich vehement verteidigt und Mira Oberflächlichkeit vorwirft), sieht man ihren Vater und seine neue Flamme (gespielt von Youtuberin Dagi Bee in einer echt mäßigen Performance, aber die gewollte Nervigkeit wird durchaus erreicht), die übernett zu Mira ist. Auf den Vorschlag, ob sie zusammen was unternehmen, setzt Mira ihr “Bitch, please!”-Gesicht auf und verlässt stumm den Raum.

Die Skepsis, die zum Ende der letzten Folge gesät wird, wird hier aufgegriffen, denn Casper schildert seine Recherche-Ergebnisse. Die Spannung wird dadurch geschickt erhöht, denn es finden sich weder AGB noch Entwickleradresse, man kann sie nicht offiziell herunterladen, sie hat Zugriff auf alle (!) Daten; außerdem ist die Kriminalitätsrate in ihrem Viertel seit Erscheinen der App signifikant gestiegen. Doch außer Casper, der ziemlich aufgebracht ist (und auch erwähnt, dass sie selbst schon ziemlich viel Scheiß für diese App angestellt haben), sind die anderen weniger begeistert von der Idee, die App nicht mehr zu benutzen. Außer Mira, die nur erstaunt die Augenbraue hochzieht, werden die anderen in einem gut geschriebenen Dialog fast schon als süchtig dargestellt: Janina ist vollkommen daneben, Kim glaubt das Ganze noch nicht und Dustin meint so schön: “Wenn wir einfach nichts Schlechtes mehr machen und uns auch nichts Schlechtes mehr wünschen, dann passt das doch mit der App.” Ein netter Kommentar, wie abhängig wir von unserem Smartphone geworden sind.

Daraufhin konfrontiert Mira Janina zum wiederholten Male, die ihr ihr Handy anbietet, um sich die Wunsch-History anzugucken. Nach dieser offensiven Geste liegt die Vermutung nahe, dass sie es doch nicht war, was ein netter Kniff der Schreiber wär, um Mira mal den Spiegel vorzuhalten.

Das Ende bestätigt, dass eine Art Geheimorganisation die App verwaltet. Da bin ich mal sehr gespannt auf die Motivation dieser Leute. Profitieren sie irgendwie von der Kriminalität oder ist es sogar ein riesiges Sozialexperiment?

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