Letzte Warnung (Wishlist, Folge 9)

In dem fantastischen Cold Open wird gezeigt, dass vermummte Typen minutiös diesen Selbstmord inszenieren, mit einem Detailgrad, den ich so in anderen Serien oder Filmen noch nicht oft gesehen habe. Das lässt die Organisation hinter Wishlist ganz schön durchtrieben, aber auch hochintelligent und durchdacht wirken.
Als jemand mit polnischem Migrationshintergrund war es witzig, Janinas polnische Oma zu sehen und reden zu hören. Sie gibt ihr das Rezept für das absolut geilste polnische Gericht, Bigos, was auch alle am Tisch genießen. Diese Folge gibt dem Charakter Janina die Tiefe, die sie benötigt hat, um endlich mal sympathisch zu werden. Auch wenn das nicht der innovativste Kniff aller Zeiten ist, war ich doch überrascht, dass Janina nur so schlecht in der Schule ist, weil sie lieber auf ihre kleinen Cousins und Cousinen aufpasst. Das war endlich mal wieder eine Szene, in der die Schauspieler zeigen konnten, dass sie was können. Und auch wie dieser Dialog zwischen Mira und Janina überhaupt aufkommt und wie er geschrieben ist, damit war ich sehr zufrieden. Auch wenn die Kritik an oberflächlichen Youtubern damit irgendwie verwässert wird, war das für mich das Highlight der Folge neben dem Finale. Dass Mira und Janina neben Mira und Casper die interessanteste Charakterkombination wird, hätte ich ja im Leben nicht gedacht, aber dass Mira Janina am Ende der letzten Folge getröstet hat und sich Janina beim Abwaschen und vor dem Schlafen bei Mira ausspricht, wirkt mittlerweile doch authentisch.
Zum Abgewöhnen dagegen war diese sehr cringeworthy Sache mit Dustin und Janina. Anscheinend denken alle (außer Janina), sie seien zusammen, was sich mir überhaupt nicht erschlossen hat. Sie hat es scheinbar nicht bemerkt(?) und ich weiß nicht genau, ob sie das dem sehr labil wirkenden Dustin zumuten kann, das aufzuklären (und wir erinnern uns, der Typ hat ne Waffe). Und dann diese mega awkward Gespräche zwischen Dustin und Casper bzw. Kim (dieser ätzende Schleimbolzen). Auch an der Casper-und-Mira-Front gibt’s keine Fortschritte, denn wie die beiden rumblödeln war mir bisschen zu lame.
Dann kommen sie endlich zu dem Schließfach. Als sie da sind, wissen sie nicht, wie sie es aufbekommen sollen (das nenn ich mal Vorausplanung). Mira denkt über alles nach, was bisher passiert ist, und nach einer netten Montage erinnert man sich wieder an den Schlüssel, der am rosa Elefanten in Folge 1 befestigt war, und man weiß einfach, dass er passt. Dann kommt Miras Schlussfolgerung, die der Zuschauer nach der Montage auch ziehen konnte und die frischen Wind in die Story bringt: Wishlist spielt mit seinen Usern, der ganze Plan hätte niemals funktioniert. Sie zerstören also den Computer nicht, der in dem Schließfach ist, und Mira bekommt einen Anruf von Wish, dass es schlimmere Konsequenzen haben wird als bei Mai-Lin. Diese Drohung setzt natürlich hohe Erwartungen für das Finale.
Die Frage ist: Woher weiß Wishlist, dass die Aufgabe nicht erfüllt ist? Die offensichtlichste Theorie ist, dass einer der fünf ein Verräter ist. Ich setze auf Kim, weil er just in dem Moment “eine Schnalle” anruft und dann klingelt Miras Handy. Außerdem ist Kim oft weg oder telefoniert gerade mit jemandem. Der irre Dustin als Verräter wäre für mich eine schwache Auflösung. Die anderen machen für mich eher keinen Sinn. Aber nach dieser Folge, wo sich vieles zusammengefügt hat, bin ich recht überzeugt, dass die Schreiber einen ganz guten Plan haben. We’ll see.

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